Rezension | Ophelia Scale – Die Welt wird brennen (Lena Kiefer)

by Philip
Ophelia Scale - Die Welt wird brennen
Hoffnung ist stärker als Hass, Liebe ist stärker als Furcht
Die 18-jährige Ophelia Scale lebt im England einer nicht zu fernen Zukunft, in dem Technologie per Gesetz vom Regenten verboten ist. Die technikbegeisterte und mutige Kämpferin Ophelia hat sich dem Widerstand angeschlossen und wird auserkoren, sich beim royalen Geheimdienst zu bewerben. Gelingt es ihr, sich in dem harten Wettkampf durchzusetzen, wird sie als eine der Leibwachen in der Position sein, ein Attentat auf den Herrscher zu verüben. Doch im Schloss angekommen, verliebt sie sich unsterblich in den geheimnisvollen Lucien – den Bruder des Regenten. Und nun muss Ophelia sich entscheiden zwischen Loyalität und Verrat, Liebe und Hass …

Meine Meinung zu Ophelia Scale – Die Welt wird brennen

Nach “Die Tribute von Panem” von Suzanne Collins war es nach einer kurzen Hochphase leider ziemlich schnell wieder ziemlich ruhig auf dem Gebiet der dystopischen Romane. Man hatte das Gefühl, dass jeder auf den Zug der Dystopie aufspringen wollte aber das Interesse durch die Übersättigung an literarischen Werken in diesem Genre ziemlich schnell nachgelassen hat.

Nun, einige Jahre später, sucht man einigermaßen erfolglos nach neuen Büchern mit diesem Szenario, wird aber zum Glück im CBJ Verlag fündig, denn die Autorin Lena Kiefer hat mit ihrer dystopischen Trilogie Ophelia Scale einen Platz in dieser Nische für sich entdeckt und kann die Lust an dystopischen Romanen aufs Neue erwecken.

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Im Zentrum der Geschichte steht die namensgebende Protagonistin Ophelia. Sie ist 18 Jahre alt, lebt in England in einem Szenario, welches unserer heutigen Gesellschaft in einigen Aspekten stark ähnelt, sich aber doch in ausgewählten Bereichen grundlegend verändert. So gibt es keine Europäische Union, sondern ein Vereinigtes Königreich unter der Herrschaft eines Königs in England. Darüber hinaus ist Technologie und Künstliche Intelligenz auch in dieser Welt vorhanden, sogar noch weiter ausgeprägt als bei uns, allerdings ist diese fortschrittliche Technik für die Bevölkerung verboten.

Da dieses Verbot aber noch nicht allzu lange existiert, ist die Erinnerung an Technologie noch allgegenwärtig in den Gedächtnissen vorhanden und der Wunsch zur Rückkehr in diese Zeit ist vertreten, wenn auch nur im Geheimen. Es haben sich zahlreiche Untergrundorganisationen gebildet, die diese Rückkehr einfordern und zahlreiche Mittel dafür einsetzen, um ihre Forderung zu bekommen. Eine dieser Gruppen ist ReVerse, welcher auch Ophelia angehört.

Mittels eines sich wiederholenden Auswahlverfahrens der Regierung wird hingegen die Bevölkerung nach Talenten abgesucht, um einen neuen Jahrgang von Elitespionen auszubilden und die Geheimnisse des Staatsapparats zu erfahren. Dieses Auswahlverfahren nutzen ReVerse und Ophelia, um in das Machtzentrum eingeschleust zu werden. Fortan ist unsere Protagonistin von Intrigen und Machtkämpfen umgeben, doch schnell muss sie dabei erkennen, dass nicht alles so eindeutig zu sein scheint, wie sie glaubte.

Nicht alles ist so eindeutig, wie es anfangs scheint

Dieser Aspekt ist auch einer der großen Pluspunkte, die mir an diesem, Reihenauftakt so wahnsinnig gut gefallen hat.

Ich fand es überaus faszinierend, im Laufe der Geschichte immer wieder festzustellen, dass die skizzierten Positionen und eingeschlagenen Wege nicht ganz so eindeutig zu sein scheinen, wie man anfangs gedacht hat.

Der Handlungsbogen ist hier so gut ausgearbeitet, dass man diese Wendungen absolut plausibel nachvollziehen kann und die unterschiedliche Herangehens- und Sichtweise, die die Charaktere einnehmen, verstehen kann.

Während man am Anfang des Romans noch gänzlich gegen das neu etablierte Königreich ist, wandelt sich im Verlauf der Geschichte diese Haltung und beginnt, auch für die “Gegenseite” Sympathie zu entwickeln.

Diese Handlungs- und der damit einhergehenden Charakterentwicklung folgt man als Leser wahnsinnig gerne, was beim Lesen ungemein viel Spaß gemacht hat.

Abwechslungsreiches Setting mit (un-)gewollten Parallelen zur aktuellen Gesellschaft

Ich mochte bei diesem Roman neben diesen Aspekten aber auch das geschilderte Setting. Auch wenn die Autorin Lena Kiefer bestreitet, sich sonderlich für Politik zu interessieren, so sind doch einige Parallelen zu unserer jetzigen Gesellschaft nicht von der Hand zu weisen.

Es gibt nicht nur autoritäre Systeme, sondern auch einen allgegenwärtigen Staatsapparat, welcher mithilfe von Technologie die Bevölkerung auszuspionieren weiß und die Regimetreue somit erfasst.

Den Abschluss bildet eine sehr runde und gelungene Charakterdarstellung. Nicht nur die Protagonistin Ophelia ist hervorragend ausgearbeitet und kann sich im Laufe der Handlung merklich weiterentwickeln, sondern auch ihre Mitspieler und Kontrahenten sind klar zu erkennende Individuen, welche allesamt gut ausgearbeitet sind, für ihre Interessen eintreten und zudem nicht immer so klar zu durchblicken sind.

Dieser Auftakt ist alles in allem wundervoll detailliert ausgearbeitet, überzeugt mit zahlreichen gelungenen Wendungen und Handlungssträngen und ist darüber hinaus sehr spannend erzählt, wodurch dieser Auftaktband nicht nur sehr kurzweilig, sondern auch überaus lesenswert ist.

Fazit zu Ophelia Scale – Die Welt wird brennen

Ophelia Scale – Die Welt wird brennen von Lena Kiefer ist ein überaus gelungener Auftakt in eine packende dystopische Trilogie.

Mitreißend erzählt, toll ausgearbeitete Charaktere und ein Plot, welcher für den Leser zahlreiche unvorhersehbare Wendungen parat hält. Ein toller Auftakt, der sich nicht vor internationalen Größen verstecken braucht. Bitte mehr davon!

Weiteres zum Buch Ophelia Scale – Die Welt wird brennen

Über die Autorin Lena Kiefer

Lena Kiefer wurde 1984 geboren und war schon als Kind eine begeisterte Leserin und Geschichtenerfinderin. Einen Beruf daraus zu machen, kam ihr jedoch nicht in den Sinn. Nach der Schule verirrte sie sich in die Welt der Paragraphen, fand dann aber gerade noch rechtzeitig den Weg zurück zur Literatur und studierte Germanistik. Bald darauf reichte es ihr nicht mehr, die Geschichten anderer zu lesen – da wurde ihr klar, dass sie Autorin werden will. Heute lebt Lena Kiefer mit ihrem Mann in der Nähe von Freiburg und schreibt in jeder freien und nicht freien Minute.

Autorin: Lena Kiefer
Übersetzung:
Verlag: cbj
Genre: Dystopie
Preis: 18,00 € [Hardcover mit Schutzumschlag] | ISBN-13: 978-3570165423
Einband, Umfang: Paperback, 384 Seiten
Erscheinungsdatum: 18. März 2019 
Reihe: Ophelia Scale (1 von 3)
Kaufen/Weitere Infos zum Buch: Ophelia Scale*  | Thalia | cbj Verlag |

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  • Ophelia Scale – Die Welt wird brennen – Lena Kiefer [Vielleicht aber doch]
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Transparenz

Quellenangabe:
Der Klappentext und das Buchcover zum Buch Ophelia Scale – Die Welt wird brennen von Lena Kiefer stammen aus dem cbj Verlag.

Weiteres:
Bei diesem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, welches mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt worden ist.
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Letzte Aktualisierung am 30.09.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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1 comment

Daniel 27. Mai 2020 - 22:41

Lieber Philip,

schön, dass du es endlich gelesen hast und genauso begeistert wurdest wie die meisten. Mir ging es beim Lesen sehr ähnlich, ich habe die Charaktere, die ungewöhnliche Idee und die Unvorhersehbarkeit bei der Trilogie so geliebt. Ich wünsche dir viel Spaß mitden nächsten beiden Bänden!

Viele Grüße

Daniel

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