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Rezension // Scythe. Der Zorn der Gerechten von Neal Shusterman

Der zweite Band der großen »Scythe«-Trilogie von New-York-Times-Bestseller-Autor Neal Shusterman
Citra hat es geschafft. 
Sie wurde auserwählt und als Scythe entscheidet sie jetzt, wer leben darf und wer sterben muss. 
Doch als wenn das nicht schon schwer genug wäre, übernehmen skrupellose Scythe die Macht und stellen neue Regeln auf. Die wichtigste Regel lautet, dass es ab jetzt keine Regeln mehr gibt. 
So beginnt Citras Kampf für Gerechtigkeit. 
Ein Kampf, den sie nur gemeinsam gewinnen kann mit ihrer großen Liebe Rowan.

Spoilerwarnung: Diese Buchbesprechung befasst sich mit dem 2. Teil einer Reihe, daher sind Spoiler zum vorangegangenen Teil nicht immer vermeidbar.

Meine Meinung zu Scythe. Der Zorn der Gerechten von Neal Shusterman

Scythe. Die Hüter des Todes von Neal Shusterman, der Auftaktroman der Reihe rund um den mordenden Orden, hat mich seinerzeit komplett überrascht, in den Bann gezogen und sich sofort einen Platz auf der Liste meiner (bisherigen) Jahreshighlights gesichert. Da war es nicht verwunderlich, dass ich nicht lange warte und die zweite Geschichte der geplanten Trilogie lese. Die Fortsetzung trägt den Titel Scythe. Der Zorn der Gerechten und ob die Fortsetzung an den Vorgängerband heranreicht, verrate ich euch in dieser Rezension.

Rund 10 Monate sind seit den Ereignissen des ersten Romans vergangen. Seitdem haben sich die bereits bekannten Protagonisten in ganz unterschiedliche Richtungen entwickelt. Während Citra zum Scythe aufgestiegen ist und sich von nun an selbst Scythe Anastasia nennt, wurde Rowan zwar eine einjährige Immunität ausgesprochen, aber nichtsdestotrotz wird er vom Scythetum gejagt. Grund dafür ist sein Rachefeldzug gegen die skrupellosen und korrupten Mitglieder des Scytheordens, welche er während seines Feldzugs tötet und zwar unwiderruflich und damit entgültig. Durch die ganz unterschiedliche Herangehensweise der beiden Protagonisten an den Scythe Orden lernt der Leser das Scythetum an sich im Verlauf der Handlung deutlich besser kennen. Darüber hinaus begegnet man einem neuen Mitspieler namens Greyson Tolliver, welcher ein Pechvogel durch und durch ist. Zu allem Überfluss wird er nun auch noch zum sogenannten Widerling erklärt, einer Gruppe Menschen, die sich als nicht rechtschaffend für die Gesellschaft herausgestellt haben. dadurch wird es dem Leser ermöglicht, neben dem Scythetum und den “normalen” Menschen nun auch eine weitere Bevölkerungsschicht der Menschheit kennenzulernen, die laut Definition des Scythe zum Abschaum der Gesellschaft gehören. Dadurch ist den Widerlingen auch der Kontakt zum Thunderhead untersagt.

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Generell lässt sich für die Fortsetzung festhalten, dass der Blick auf die in Scythe geschilderte Welt einen deutlich größeren Gesamtkontext betrachtet. Während Teil 1 sich speziell um die Ausbildung der Protagonisten Citra und Rowan gedreht hat, wird im Verlauf der weiteren Handlung nicht nur der Orden der Scythe näher betrachtet, man erhält zudem auch einen besseren Blick auf die Gesellschaft und den Mechanismus, der die Menschheit regelt und zusammenhält, nämlich den Thunderhead. Durch geschickt eingesetzte Elemente bekommt man ziemlich gute Einblicke in die Psyche bzgl. die Programmierung des Thunderheads und erfährt dadurch, was die Motivation und Beweggründe der alles bestimmenden künstlichen Intelligenz ist.

Der Fokus in diesem Buch liegt ganz klar auf der Charakterentwicklung und dem Beziehungskonstrukt mit all den Intrigen und kleineren Machtspielchen und weniger auf actionlastigen Sequenzen. Durch eine detailliert ausgearbeitete Beschreibung der Gesellschaftssysteme wurde mir wieder einmal vor Augen geführt, wie korrupt und kaputt unsere Gesellschaft doch ist und zu welchen Mitteln Menschen greifen, um das zu bekommen, was sie sich wünschen. Außerdem gelingt es dem Autor Neal Shusterman, die Komplexität, die durch eine künstliche Intelligenz, die alles bestimmt, plausibel zu vermitteln und zwar mit vielen der möglichen Schwachstellen und Auswirkungen, wenn das System einmal versagt.

Neben der gut recherchierten Ausarbeitung konnte mich vor allem aber auch die Charakterentwicklung der Protagonisten überzeugen. Was in Band 1 bereits angedeutet wurde wird in der Fortsetzung noch einmal verdeutlicht, denn die Protagonisten könnten eigentlich unterschiedlicher nicht sein. Und aufgrund der Tatsache, dass sie durch die verheerenden Entwicklungen des Romans Scythe – Die Hüter des Todes eigentlich auf verschiedenen Seiten stehen sollten, verkompliziert die gesamte Situation noch einmal. Der Umgang mit dieser Situation ist dabei sehr gelungen umgesetzt worden, was mir positiv in Erinnerung geblieben ist.

Der gesamte Weltenbau ist einzigartig, die Protagonisten sind vielschichtig und haben eine ganz individuelle, nachvollziehbare Rolle zu spielen und sind stimmig im Handlungskonstrukt eingearbeitet und die vielen unterschiedlichen Ideen, die der Autor uns mit Scythe präsentiert, sind logisch, interessant und erschreckend zugleich. Zu kaum einer Stelle wurde die Geschichte langatmig. Man ist vielmehr über die Seiten geflogen, da der Plot einen immer weiter in den Bann gezogen hat. Lediglich die einzelnen Sitzungen der Scythe und zahlreiche Monologe des Thunderheads waren stellenweise etwas zu lang für meinen Geschmack, wodurch die Spannung nicht ganz das Niveau des Vorgängers erreicht hat. Trotz einer spannenden Gesamthandlung und der Einführung der Widerlingen und eines absolut unvorhersehbaren Endes kann in meinen Augen die Fortsetzung nicht ganz an den Vorgänger heranreichen, aber einem nahezu uneingeschränkten Lesespaß steht mit dieser Fortsetzung trotzdem nichts im Weg.

Fazit zu Scythe. Der Zorn der Gerechten von Neal Shusterman

Die Fortsetzung der Scythe Reihe steht dem Auftaktroman in nur wenigen Punkten nach. Etwas ausschweifendere Diskussionen und Ränkespiele gestalten die Fortsetzung etwas zäher, aber nichtsdestotrotz hat Scythe. Der Zorn der Gerechten von Neal Shusterman einen ungemein hohen Unterhaltungsfaktor. Abwechslungsreich, überraschend und wieder einmal sehr charakterstark.

Handlung
8
Spannung
7.5
Charaktere
7
Schreib- und Erzählstil
8.5
Cover & Gestaltung
9
Hörbuchsprecher/-in
9

Summary

Total Rating

8.2

Weiteres zum Buch Scythe. Der Zorn der Gerechten von Neal Shusterman

 width=Über den Autor Neal Shusterman

Neal Shusterman, geboren 1962 in Brooklyn, USA, ist in den USA ein Superstar unter den Jugendbuchautoren. Er studierte in Kalifornien Psychologie und Theaterwissenschaften. Alle seine Romane sind internationale Bestseller und wurden vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem National Book Award.

Autor: Neal Shusterman
Übersetzung: Pauline Kurbasik, Kristian Lutze
Verlag: Fischer Sauerländer
Genre: Dystopie | SciFi
Preis: 19,99 € [Hardcover] | ab 9,95 [Hörbuch] | ISBN-13: 978-3737355070
Einband, Umfang: gebunden, mit Schutzumschlag 544 Seiten
Erscheinungsdatum: 14. März 2018
Reihe: Scythe, Band 2 von 3
Kaufen/Weitere Infos zum Buch: amazon* | Thalia* | audible (Kostenlos im Probemonat)* | Fischer Sauerländer Verlag |

Reiheninformation zu Scythe

  1. Die Hüter des Todes – Rezension
  2. Der Zorn der Gerechten
  3. tbd

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  • Rezension: Scythe – Der Zorn der Gerechten von Neal Shusterman [Weltenwanderer]
  • ♂ Scythe – Der Zorn der Gerechten (Neal Shusterman) [Rezension] [His & Her Books]

Anhang zum Beitrag

Quellenangabe:
Der Klappentext und das Buchcover zum Buch Scythe. Der Zorn der Gerechten von Neal Shusterman stammen aus dem Fischer Sauerländer Verlag.
Transparenz:

Bei diesem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, welches mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt worden ist.

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Philip

Philip schreibt seit März 2015 auf "Book Walk" über Fantasy, Dystopien und Jugendbücher, aber auch Interviews oder Veranstaltungen rund ums Buch sind auf seinem Blog Book Walk mit dabei. Dabei zeigt er euch seine Buchempfehlungen rund um fantastische Literatur: „Die Leidenschaft für das Fantastische fasziniert mich seit vielen Jahren und immer wieder stolpere ich dabei über ganz wundervolle Geschichten, Welten und Charaktere. Dies macht dieses Genre einzigartig für mich.“

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