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Rezension // Scythe. Die Hüter des Todes von Neal Shusterman

Citra und Rowan leben in einer Welt, in der Armut, Kriege, Krankheit und Tod besiegt sind. Aber auch in dieser perfekten Welt müssen Menschen sterben, und die Entscheidung über Leben und Tod treffen die Scythe. Sie sind auserwählt, um zu töten. Sie entscheiden, wer lebt und wer stirbt. Sie sind die Hüter des Todes. Aber die Welt muss wissen, dass dieser Dienst sie nicht kalt lässt, dass sie Mitleid empfinden. Reue. Unerträglich großes Leid. Denn wenn sie diese Gefühle nicht hätten, wären sie Monster.
Als Citra und Rowan gegen ihren Willen für die Ausbildung zum Scythe berufen werden und die Kunst des Tötens erlernen, wächst zwischen den beiden eine tiefe Verbindung. Doch am Ende wird nur einer von ihnen auserwählt. Und dessen erste Aufgabe wird es sein, den jeweils anderen hinzurichten …

Meine Meinung zu Scythe. Die Hüter des Todes von Neal Shusterman

Ich muss ja gestehen, dass ich bis kurz vor der Leipziger Buchmesse 2018 noch überhaupt nichts von Scythe bzw. von Neal Shusterman gehört hatte. Erst als eine Freundin von mir auf einer Lesung des Autoren in Köln gewesen ist und absolut begeistert vom Autor und dem Reihenauftakt war, wurde ich neugierig und beschäftigte mich zum ersten Mal mit dem Reihenauftakt Scythe. Die Hüter des Todes und ich wurde nicht enttäuscht.

Scythe mutet dabei zunächst wie ein Fantasyroman an, ist aber eher ein dystopisches Setting mit zahlreichen Sci-Fi Elementen. In einer unbestimmten fernen Zukunft hat es die Menschheit geschafft, sich über den Tod hinwegzusetzen. Die Wissenschaft hat außerordentlich gute Arbeit geleistet und mit modernster Technik ist es den Menschen gelungen, den Tod auf unbestimmte Zeit hinauszuzögern, wenn nicht sogar komplett zu verhindern. Man kann sich mithilfe von Naniten sogar wieder auf ein bestimmtes körperliches Alter zurücksetzen lassen, sodass die Bevölkerung ihr tatsächliches Alter irgendwann gar nicht mehr genau weiß. Zudem ist es durch diese Technik möglich, sich wiederbeleben zu lassen, falls man doch einmal einen Unfall gehabt hat. Und über alles wacht eine künstliche, alles sehende, wohlwollende Künstliche Intelligenz, der sogenannte Thunderhead. Klingt eigentlich zu schön um wahr zu sein. Doch ein Problem hat die Menschheit, nämlich die endliche Ressource Erde. Da die Menschheit aber nicht mehr sterben kann und demnach immer weiter wächst, sind die Ressourcen irgendwann rechnerisch aufgebraucht.

Und genau an diesem Punkt kommt die neue “natürliche Selektion” ins Spiel, der sogenannte Scythe Orden, die Hüter des Todes. Nach bestimmten Gesichtspunkten, manchmal aus reiner Willkür, bestimmten die Scythe, welche Menschen getötet werden. Es gibt teilweise Quoten, die erfüllt werden müssen, um dem Wachstum der Menschheit entgegenzuwirken. Doch da der Begriff des Tötens ein Wort aus der Sterblichkeits-Ära ist, wird der zivilisiertere Begriff der Nachlese verwendet. Eines Tages werden dabei die beiden Jugendlichen Citra und Rowan zufälligerweise vom Scythe Faraday ausgewählt, um gegen ihren Willen eine Ausbildung zum Hüter des Todes anzutreten. Ob sie dieser Herausforderung gerecht werden können?

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Anfangs fand ich die Idee, die dieses Buch verfolgt, doch etwas makaber. Man kann nicht sterben, wird aber, wenn es an der Zeit dafür ist, nicht einfach aus dem Leben scheiden,sondern direkt umgebracht? Harter Stoff, mit dem man erst einmal umgehen muss. Es wird stellenweise im Verlauf der Geschichte schon einmal durchaus brutal, allerdings sind die Scythe keine Monster (zumindest nicht alle von ihnen) und es gibt quasi kein Abschlachten, sondern ein “gesittetes Töten”, falls es sowas überhaupt gibt.

Ich muss zugeben, dass ich das Setting definitiv sehr innovativ und abwechslungsreich empfunden habe. Eine künstliche Intelligenz, die unser aller Leben bestimmt und tatsächlich nur unser bestes will. Ein Planet, der mit endlichen Ressourcen zu kämpfen hat. All dies klingt doch irgendwie sehr bekannt und alltäglich, auch wenn wir von gewissen Situationen noch etwas entfernt sind. Mir hat es ausgesprochen gut gefallen, wie es der Autor Neal Shusterman geschafft hat, eine fiktive Zukunftssituation zu entwerfen, die an vielen bekannten Aspekten unserer jetzigen Zeit anknüpft und diese losen Enden so geschickt weiterspinnt, dass das Szenario durchweg plausibel erscheint. Wer weiß, was mit der Forschung in ein paar Jahren möglich ist?!

Darüber hinaus empfand ich die Charaktere und den Orden der Scythe wahnsinnig interessant. Wie wird man zu einem Hüter des Todes, was sind die Motive, Scythe zu werden und nutzt der Orden seine Machtposition in der Welt dann nicht vielleicht aus, wenn man der einzige ist, der noch Töten kann und das endgültig? Eine korrupte und machtgierige Institution mit rücksichtslosen Individuen kommt sukzessive zum Vorschein, die den korrupten Politikern und Konzernbossen unserer Zeit in nichts nachsteht, was diese Geschichte so plausibel gestaltet. Es wirkt echt und trotzdem wird nicht auf dieser Ausgangssituation beharrt, sondern erlebt eine kontinuierliche Entwicklung, die man unbedingt erleben möchte.

Immer wieder bin ich dabei auch über die Verantwortung der Scythe der Gesellschaft gegenüber gestolpert und vor allem bin ich immer wieder verwundert, zu welchen Mitteln Menschen greifen, um ihr eigenes Überleben zu sichern. Von kleineren Gefälligkeiten bis hin zu komplett neuen Kulten erlebt man die vielschichtigen Motive der Menschheit aus einer komplett neuen Perspektive. Beängstigend und zugleich leider sehr nachvollziehbar.

Ein durch und durch geniales Werk, was uns Neal Shusterman hier präsentiert hat. Angefangen von einer fantastischen Gestaltung der deutschen Buchausgabe mit einem reflektierenden, kupferfarbenen Einband über ein faszinierendes zukünftiges Setting bis hin zu einem Plot, welcher mit zahlreichen überraschenden Wendungen und abwechslungsreichen Charakteren glänzen konnte. Ein rundum stimmiger Gesamteindruck, der hier veröffentlicht worden ist. Lediglich über den Thunderhead und die Entstehung des Ordens der Scythe hätte ich mir noch etwas mehr Infos gewüscht, aber die Geschichte ist ja auch noch nicht auserzählt.

Fazit zu Scythe. Die Hüter des Todes von Neal Shusterman

Überraschend, abwechslungsreich und unerwartet kam das Werk Scythe. Die Hüter des Todes von Neal Shusterman daher und hinterließ einen genialen Gesamteindruck, der dem Leser einen faszinierenden Blick in die Zukunft gewährt hat und süchtig nach mehr Lesestoff gemacht hat. Großartig!

Handlung
9
Spannung
9.5
Charaktere
8.5
Schreib- und Erzählstil
9
Cover & Gestaltung
9.5
Hörbuchsprecher/-in
10

Summary

Total Rating

9.3

Weiteres zum Buch Scythe. Die Hüter des Todes von Neal Shusterman

Über den Autor Neal Shusterman

Neal Shusterman, geboren 1962 in Brooklyn, USA, ist in den USA ein Superstar unter den Jugendbuchautoren. Er studierte in Kalifornien Psychologie und Theaterwissenschaften. Alle seine Romane sind internationale Bestseller und wurden vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem National Book Award.

Autor: Neal Shusterman
Übersetzung: Pauline Kurbasik, Kristian Lutze
Verlag: Fischer Sauerländer
Genre: Dystopie | SciFi
Preis: 19,99 € [Hardcover] | ab 9,95 [Hörbuch] | ISBN-13: 978-3737355063
Einband, Umfang: gebunden, mit Schutzumschlag 528 Seiten
Erscheinungsdatum: 21. September 2017
Reihe: Scythe, Band 1 von 3
Kaufen/Weitere Infos zum Buch: amazon* | Thalia* | audible (Kostenlos im Probemonat)* | Fischer Sauerländer Verlag |

Reiheninformation zu Scythe

  1. Die Hüter des Todes
  2. Der Zorn der Gerechten
  3. tbd

Weitere Rezensionen zu Scythe. Die Hüter des Todes

Anhang zum Beitrag

Quellenangabe:
Der Klappentext und das Buchcover zum Buch Scythe. Die Hüter des Todes von Neal Shusterman stammen aus dem Fischer Sauerländer Verlag.
Transparenz:

Bei diesem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, welches mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt worden ist.

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Philip

Philip schreibt seit März 2015 auf "Book Walk" über Fantasy, Dystopien und Jugendbücher, aber auch Interviews oder Veranstaltungen rund ums Buch sind auf seinem Blog Book Walk mit dabei. Dabei zeigt er euch seine Buchempfehlungen rund um fantastische Literatur: „Die Leidenschaft für das Fantastische fasziniert mich seit vielen Jahren und immer wieder stolpere ich dabei über ganz wundervolle Geschichten, Welten und Charaktere. Dies macht dieses Genre einzigartig für mich.“

    1

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5 Comments

  1. Nicci Trallafitti 29. Juni 2018

    Hey!
    Es freut mich sehr, dass dir Scythe auch so gut gefallen hat :)
    Ich werde (hoffentlich) bald den 2. Band lesen, der schon bereit liegt – sogar signiert <3

    Danke fürs Verlinken!

    Liebe Grüße,
    Nicci

    Antworten
    1. Philip 29. Juni 2018

      Liebe Nicci,
      so eine tolle Rezi musste ich einfach verlinken :-)
      Ich hab Teil 2 auch schon beendet und ich denke, dass er dir auch sehr gefallen dürfte. Ich hatte sehr viel Spaß mit der Fortsetzung, die ich auch signiert hab <3

      Liebe Grüße
      Philip

  2. Joel 2. Juli 2018

    Wow, ich bin neu auf deiner Website, mir gefällt der Aufbau eienr Rezension sehr gut. Auch das Buch klingt wirklich spannnend. Zusätzlich inspiriert mich das moderne Design, mich erinnert es an ein Film Cover. :)
    Mit freundlichen Grüßen
    Joel von Büchervergleich

    Antworten
    1. Philip 3. Juli 2018

      Hallo Joel,
      es freut mich sehr, dass es dir hier gut gefällt und dir auch meine Rezi zum Titel Scythe zusagt :-) Sowas liest man doch gerne!

      Liebe Grüße
      Philip

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