Es ist der 8. 8., acht Uhr acht.
Sie haben 80 Millionen Feinde.
Werden Sie die AchtNacht überleben?
Stellen Sie sich vor, es gibt eine Todeslotterie.
Sie können den Namen eines verhassten Menschen in einen Lostopf werfen.
In der „AchtNacht“, am 8. 8. jedes Jahres, wird aus allen Vorschlägen ein Name gezogen.
Der Auserwählte ist eine AchtNacht lang geächtet, vogelfrei.
Jeder in Deutschland darf ihn straffrei töten – und wird mit einem Kopfgeld von zehn Millionen Euro belohnt.
Das ist kein Gedankenspiel. Sondern bitterer Ernst.
Es ist ein massenpsychologisches Experiment, das aus dem Ruder lief.
Und Ihr Name wurde gezogen!
Der neue Blockbuster von Sebastian Fitzek, dem „Meister des Wahns“ – exklusiv im Taschenbuch.

Meine Meinung zu AchtNacht von Sebastian Fitzek

AchtNacht ist der neuste Thiller vom deutschen Bestsellerautor Sebastian Fitzek. Das Werk ist, wie bereits einige der Vorgängerromane in der Droemer Knaur Verlagsgruppe erschienen. Der Thiller AchtNacht orientiert sich dabei grob an dem Film The Purge, funktioniert aber dennoch ausgesprochen gut alleine.

Im Fokus vom Thriller AchtNacht steht die gleichnamige Hetzjagd, welche am 08. August eines jeden Jahres um 20:08 Uhr beginnt und ganze 12 Stunden dauern soll. An dieser „Veranstaltung“ kann jeder Mensch weltweit teilnehmen und einen Menschen, den er auf eine Abschussliste setzen möchte, nominieren. Sei es der Chef, der unzumutbar ist, der Liebhaber seiner Frau oder dergleichen. Bei dieser Lotterie werden, so lautet die Info der Veranstalter, zufällig Personen aus allen eingereichten Menschen gezogen, die für ganze 12 Stunden am 08. August für vogelfrei erklärt werden. Demjenigen, der die gezogene Person findet, zur Strecke bringt und den Beweis dafür auf die AchtNacht Plattform hochlädt, gewinnt 10 Millionen Euro. Das Ganze ist angeblich auch noch von der Bundesregierung legitimiert und damit wird der Mord für einen gewissen Zeitraum straffrei. Soviel zur Theorie hinter AchtNacht. Doch gibt es tatsächlich Menschen, die diese Aktion als wahr erachten und was passiert, wenn der eigene Name tatsächlich gezogen wird? Gibt es Menschen, die der Verlockung auf 10 Millionen Euro nicht wiederstehen können und ihre Prinzipien über den Haufen werfen?

Dieser Erfahrung muss sich der Progagonist Ben zusammen mit Arezu stellen, denn beide müssen sich den Gefahren des nächtlichen Berlin stellen, Ein ungleiches Duett entsteht, welches einander vertrauen muss ohne den anderen tatsächlich zu kennen…

AchtNacht ist ein sehr gut konstruierter Thriller von Sebastian Fitzek, welcher mit einem durchaus realistischen Setting aufwarten kann. Doch wie vorstellbar ist so ein Szenario wirklich? Wenn man alleine bedenkt, dass über 4 Mio. Menschen in und um Berlin wohnen und davon nur 1% tatsächlich so leichtgläubig und naiv ist und diese Behauptungen dieser Aktion Glauben schenkt, so kommt man gut und gerne auf rund 40.000 potenzielle Gegner und schon wird aus einer fiktiven Theorie bitterer und vor allem auch erschreckender Ernst.

Wenn man sich diese Tatsache vor Augen führt, dann scheint das Szenario gar nicht mehr so abwegig zu sein und man findet dadurch schnell Anschluss an die Geschichte. Das Setting ist sehr durchdacht und der Lesefluss durchweg gewährleistet, was nicht zuletzt an dem sehr spannenden und mitreißenden Erzählstil des Autors liegt.

Die Geschichte ist kurzweilig und von der ersten Seite an actiongeladen. Mir hat vor allem die Detailverliebtheit der Ortsbeschreibungen zugesagt. Daruch konnte ich mir ziemlich gut vorstellen, wo die Ereignisse zurzeit in Berlin ihren Lauf nehmen. Als Berliner hat Sebastian Fitzek seine gute Ortskenntnis also geschickt in die Geschichte einfließen lassen, was mir wirklich gut gefallen hat. So war der Plot nicht nur unterhaltsam, sondern durchaus realistisch und durch einige geschickt konstruierte Cliffhanger am Kapitelende flog man als Leser nur so durch die Seiten.

Leider hatte ich hingegen mehr von der Charakterbeziehung der beiden Protagonisten Ben und Arezu erwartet und erhofft. Zwar interagieren beide auf eine durchaus plausible Art und Weise miteinander, andererseits werden viele angedeutete Tatsachen weder von der einen noch von der anderen Person hinterfragt. Dabei sind viele eindeutige Hinweise gestreut, die den vermeindlichen Plot-Twist zum Ende des Buches gar nicht mehr so überraschend erscheinen lassen. Mich hat die zentrale Wendung auf jeden Fall nicht, sonderlich vom Hocker hauen können, da ich mir das ziemlich schnell zusammengereimt habe und das ist echt schade. Anderen mag es hier anders ergangen sein. Zudem hat mich das Ende des Thrillers AchtNacht leider auch nicht so ganz zufriedengestellt und was das merkwürdigste von allem war: Wo war die ganze Zeit über die Polizei??? Als ob die die Nacht verschlafen hat und zwar komplett…

Alles in allem habe ich mich zwar von AchtNacht gut unterhalten gefühlt, das skizzierte Szenario hat mich schockiert und beängstigt und der etwas andere, Fitzek untypische Erzählstil hat seinen Teil dazu beigetragen, allerdings ist viel Potenzial, vor allem bei den Charakteren meiner Meinung nach auf der Strecke geblieben, womit dieses Buch zwar gut aber eben nicht sehr gut ist.

Nichtsdestotrotz freue ich mich schon sehr auf den kommenden Fitzek-Thriller, welcher voraussichtlich zur Frankfurter Buchmesse 2017 erscheinen wird. Trotz kleinerer Schwächen bin ich nach wie vor ein bekennender Fitzek Fan!

Fazit zu AchtNacht von Sebastian Fitzek

Ein beängstigendes Experiment, welches mitten in Berlin extrem aus dem Ruder läuft. Abwechslungsreich, spannend und trotz einiger Schwächen lesenswert!

The Breakdown

Ein beängstigendes Experiment, welches mitten in Berlin extrem aus dem Ruder läuft. Abwechslungsreich, spannend und trotz einiger Schwächen lesenswert!
Handlung
Spannung
Charaktere
Sprache & Stil
Cover & Gestaltung
Pros
- Beängstigendes Setting nach Vorbild von The Purge
- Angenehmer und unterhaltsamer Erzählstil
Cons
- Die Charakterbeziehung und -entwicklung
- Zum Teil vorhersehbarer Plot

Weiteres

AchtNacht von Sebastian Fitzek

Autor: Sebastian Fitzek
Übersetzung:
Verlag: Droemer Knaur
Genre: Thriller
Preis: 12,99 € [Paperback] | ISBN-13: 978-3551556837
Einband, Umfang: Paperback, 208 Seiten
Erscheinungsdatum: 14. März 2017
Reihe:
Kaufen/Weitere Infos zum Buch: Amazon* | Droemer Knaur Verlag | Detailseite auf Book Walk

Über den Autor Sebastian Fitzek

Sebastian Fitzeks Psychothriller sind definitiv nichts für schwache Nerven. „Therapie“, erschienen 2006, war sein erstes Werk – und wurde gleich ein Bestseller. Seither präsentiert der Friedrich-Glauser-Preisträger einen Erfolgstitel nach dem anderen. Zum Glück entstammen die bedrohlichen Plots seiner Fantasie – und ebenfalls erfreulich: Fitzeks Sprache hat wenig mit seinem Uni-Abschluss zu tun. Denn sein erstes Buch schrieb der 1971 geborene Berliner in Form einer Jura-Promotion zum Thema Urheberrecht. Es folgten redaktionelle Tätigkeiten in Funk und Fernsehen. Als Autor und bekennender „Mailoholic“ ist Fitzek ebenso fleißig wie kommunikativ, tourt gern auf Lesereisen und ist (fast) immer online. Sein Wohnort ist weiterhin Berlin.

Lea (Liberiarium), Sebastian Fitzek und ich
Lea (Liberiarium), Sebastian Fitzek und ich

Bücher von Sebastian Fitzek

Weitere Rezensionen zu AchtNacht von Sebastian Fitzek

Quellenangaben

Der Klappentext und das Buchcover zum Buch AchtNacht von Sebastian Fitzek stammen vom Droemer Knaur Verlag.
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  • Anetts Bücherwelt

    Hallo Philip,
    vielen Dank für die schöne Rezension! Ich bin ja ebenfalls bekennender Fitzek Fan und freue mich schon sehr auf das Buch. Ich habe es zur Messe gekauft und durfte mich mit Hernn Fitzek ebenfalls ablichten lassen 🙂 Was für ein Erlebnis!
    Und trotz deiner kleinen Schwächen des Buches, freue ich darauf, es zu lesen!
    Liebe Grüße Anett

    • Hallo Anett,
      man kann sich dnfinitiv auf das BUch freuen. ich habe auch schon andere Meinungen zum Buch gehört, von daher 🙂
      Außerdem kannst du dich schon auf den neuen Fitzek im Herbst freuen. Der Titel ist „Flugangst 7A“ und erscheint voraussichtlich im Oktober 2017 🙂
      LG
      Philip

  • MsBotodream

    Hallo Philip,
    ich habe (noch) gar nichts von Fitzek gelesen, aber ich würde gerne irgendwann mal anfangen :i Welches Buch würdest Du mir empfehlen?. Lg, Lorena

  • Hallo Philip,

    ich war mir ehrlich gesagt unsicher, ob ich das Buch lesen soll.
    Eigentlich denke ich nämlich, dass The Purge gut funktioniert und ich weiß nicht, ob ich eine Geschichte lesen möchte, die diesem Konzept so unglaublich ähnlich ist…
    Ich finde es gut, dass du Schwächen benannt hast.
    Danke, für deine Rezension.

    Viele Grüße
    Ramona

    • Hallo liebe Ramona 🙂
      ich muss tatsächlich sagen, dass mir dieses Buch weniger gefallen hat als bspw. das Paket und wenn du diese „The Purge“ Auffassung teilst, dann solltest du das Buch denke ich sein lassen.
      Dafür wird „Fluggast 7A“ oder wie das neue Buch heißt, sehr interessant warden denke ich! 🙂
      Liebe Grüße
      Philip

  • Hallo Philip,

    ich mag Fitzek auch gerne. Während ich „Das Paket“ nicht so gut fand, habe ich „AchtNacht wieder gut gefunden und in einem Rutsch durchgelesen. Ich fand es spannend geschrieben, bin aber auch über die von dir genannten Kritikpunkte gestolpert.

    Warum die Polizei nicht auftauchte habe ich mich auch gefragt. Ich verstehe, dass Ben und Arezu die Polizei nicht von sich aus hinzugezogen haben, in so einer Situation kann man auch keinem Polizisten trauen.

    Dass noch dieses Jahr ein neues Buch von ihm erscheint war mir nicht bewusst. Da freue ich mich aber jetzt schon drauf.

    Liebe Grüße
    Julia

  • Silvia Walter

    Hallo,
    eine ausführliche Rezension mit interessanten Hintergrundinformationen.
    Die Idee des Plots gefällt mir, einige Schwächen kann ich bei genügend Spannung gerne verzeihen. Die Fitzekbücher höre ich lieber, als das ich sie lese. Nach dem Hörbuch werde ich jetzt Ausschau halten.
    Grüße
    Silvia

  • Kerstin von KeJas-BlogBuch

    Hallo Philip,
    ich muss ja gestehen dass ich bis dato nicht mal den Klappentext gelesen hatte. Nun weiß ich um was es geht. The Purge fand ich großartig da er sehr eindringlich zeigt zu was Menschen aus allen Gesellschaftsschichten in der Lage sind zu tun. Der ‚ich nenne ihn mal‘ Mob, braucht nicht viel um auszuticken. Das ist alltäglich und allgegenwärtig. Leider.
    Früher riefen sie ‚verbrennt die Hexe‘ und weideten sich unter Schauer den abscheulichen Qualen der meist unschuldigen Opfer und die Weltgeschichte zeigt das es trotz Fortschritt immer so bleiben wird.
    Eigentlich habe ich seit Passagier 23 Fitzek abgeschworen (Das Kind war großartig ) aber bei dem AchtNacht Thema könnte ich ja doch schwach werden.
    Vielen Dank für die sehr ausführliche Rezension.
    Wünsche Dir noch ein schönes Wochenende
    Liebe Grüße
    Kerstin
    #litnetzwerk

  • Sternenbrise

    Hey Philip,

    erstmal danke, dass du meine Rezension verlinkt hast.
    Mir hat AchtNacht ja wirklich gut gefallen. Es war anders, aber ich hatte viel Spaß beim Lesen. Ich bin ja auch großer Fan der Purge-Filme und hatte mich deshalb sehr auf das Buch gefreut.
    Ich muss ja zugeben, dass ich gar nicht mit dem Ende gerechnet hatte und wirklich überrascht war :D.
    Das Beängstigende finde ich ja, dass so etwas theoretisch möglich wäre. Unter bestimmten Nachrichten auf Facebook findet man genug Kommentare, wie „dem sollte man dasselbe antun“ etc. Und Fakenews werden 100.000 Mal geteilt.
    Sehr schöne Rezension und ich freue mich schon riesig auf Fitzek neues Buch. Das wird mich sicherlich gruseln, da ich selbst Flugangst habe :D.

    Liebe Grüße
    Charline

  • Nelly

    Hey Philip!
    Ich hab das Buch diese Woche bei mir einziehen lassen, obwohl die Rezensionen dazu ja doch sehr durchwachsen sind. Aber der Klappentext hört sich einfach so vielversprechend an, da muss ich einfach selbst einen Blick riskieren.
    Hab mich letztens mit Sebastian darüber ausgetauscht, dass Fitzek einfach einen unglaublich kurzen Turnus zwischen seinen Neuerscheinungen hat. Vielleicht leidet da einfach auch ein wenig die Qualität?

    Genieß Deinen Rest-Sonntag
    Alles Liebe, Nelly