Rezension // Wer Finsternis sät (Leonie Lastella)


Dein Leben ist eine Lüge. Deine Mutter war nie tot. Bis heute. Jos Welt gerät ins Schwanken, als die Polizei in seinem Elternhaus auftaucht. Seine seit Langem tot geglaubte Mutter wurde auf bestialische Weise ermordet. Und sie ist nicht das einzige Opfer. Jos Leben zerbricht, denn plötzlich steht er im Fokus des Killers, der jeden mit in die Finsternis zieht, der Jo etwas bedeutet.
Der neue Gänsehautthriller der Zweitplatzierten des NordWordAwards 2013

Meine MeinungDie Welt von Jo Halken scheint im Moment in Ordnung zu sein. Kurz vor dem Abitur versiebt er zwar eine wichtige Klausur, dafür läuft es mit seiner auserwählten Traumfrau hervorragend und er kann ihr endlich näher kommen. Doch diese Ruhe trügt, denn seine seit Jahren totgeglaubte Mutter spielt auf einmal eine größere Rolle in seinem Leben, als ihm nach all den Jahren hätte lieb sein können. Wie sich herausstellt, ist sie nicht schon seit Jahren tot, sondern erst vor Kurzem verstorben. Das führt dazu, dass seine Welt komplett aus den Fugen gerät. Wäre das nicht schon schlimm genug gerät er zusätzlich ins Visier der Ermittler, da er u.a. des Mordes an seiner Mutter verdächtigt wird. Dabei gerät er selbst ins Fadenkreuz des Mörders, der neben seiner Mutter noch weitere Frauen auf dem Gewissen hat. Eine wahnsinnige Jagd auf Leben und Tod bricht los, die Jo alles abverlangen wird.

Leonie Lastella führt den Leser gleich von Beginn an packend an die Geschichte heran, indem sie ein verstörendes Szenario aus Sicht des Täters in diesem Buch darlegt, wodurch man sofort in die menschlichen Abgründe der Seele blicken kann bevor die eigentliche Geschichte überhaupt losgeht.
Die eigentliche Geschichte ist dabei in drei Erzählperspektiven aufgeteilt, zum einen in die des Täters, zum anderen in die von Jo Halken und abschließend in die Sicht des Praktikanten Hannes, welcher durch viel Talent bei der Analyse und dem Knüpfen von Zusammenhängen glänzen konnte und sich somit einen Teil im Soko Sonderteam verdienen konnte. Die Autorin legt dabei größtenteils viel Wert auf die Personenbeschreibungen, wodurch viele der Charaktere liebevoll ausgearbeitet sind. Leider sind aber zu viele Charaktere meiner Meinung nach zu blass geblieben. Hier hätte eine etwas größere Ausarbeitung der Eigenschaften den Personen und der Geschichte gutgetan.Die Geschichte konnte mich hingegen insgesamt, auch durch den wirklich angenehm zu lesenden Schreibstil von Leonie Lastella, von sich überzeugen, da die Autorin von Anfang an eine gut ausgearbeitete und durchdachte Story präsentiert, die sich im Verlauf der Lektüre als immer raffinierter und ausgeklügelter herausstellt und sich stetig in der Spannung steigern kann, was zu einem absolut nervenaufreibenden und mitreißenden Finale führt, was mir überaus gut gefallen hat.Leonie Lastella hat darüber hinaus den Leser oft die menschlichen Abgründe der Seele aufgezeigt, die sich unter anderem bei Kinds-Misshandlungen entwickeln können. Allerdings sind mir dann wiederum die zu schwach dargestellten Beweggründe, warum der Täter genau diese Opfer auswählt, etwas negativ aufgefallen.Mir hätte es gut gefallen, wenn die Autorin der Geschichte noch etwas mehr Details und damit auch Leben eingehaucht hätte. Zwar ist die Story insgesamt wirklich gut und sehr überzeugend, doch fehlt mir ein bisschen Seele zwischen den Zeilen um die Höchstwertung zu verdienen.
Nichtsdestotrotz kann ich dieses Buch jeden Thriller-Fan durchaus ans Herz legen, da es vor allem an Spannung nicht mangelt!Weiteres

Autorin:
Leonie Lastella
Verlag: Bookshouse Verlag
Genre: Thriller

Preis:
[Buch] | 04,99 € [Taschenbuch] | ISBN-13: 978-9963526413

Einband, Umfang: eBook, 275 Seiten
Erscheinungsdatum: 02. November
2014
Reihe:
Kaufen: Amazon | Thalia | Buchhandel.de | Decius

Über die Autorin:

Leonie Lastella wurde 1981 in Lübeck geboren und wuchs in Haselau, nordwestlich von Hamburg, auf, wo sie noch heute, zusammen mit ihren drei Söhnen, im Haus ihrer Kindheit lebt.
Nach ihrem gymnasialen Abschluss studierte sie einige Semester Erziehungswissenschaften und Biologie an der Universität Hamburg. Auslandsaufenthalte in den USA nd Italien beeinflussten ihre Arbeit als Autorin ebenso wie ihre Tätigkeit in verschiedenen sozialen Einrichtungen.
Seit 2006 widmet sie sich neben ihrer Arbeit und den Kindern dem Schreiben. Ihr erstes Buch Stille Seele erschien im Juni 2011 in der Edition Doppelpunkt und der Thriller Allein im Oktober 2012 über Create Space.
Für mich sind Bücher ein Tor in eine andere Welt und es freut mich, wenn ich mit meinen Welten andere Menschen berühren kann.

Quellenangaben

Der Klappentext und das Buchcover stammen vom Bookshouse Verlag.

 

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  • Vanessa

    Wow! Sehr tolle Rezension. Da weiß man genau worauf man sich einlässt und das Buch klingt wirklich gut.
    Ich mag es ja sehr gerne wenn Geschichten aus verschiedenen Perspektiven geschrieben ist. Vor allem auch die Sicht des Täters finde ich da immer sehr spannend.
    Liebe Grüße,
    Vanessa

  • my danni Bücherwurm

    Ich muss echt sagen, gefällt mir suoer gut deine rezi, vor allem die buchinfo & bewertung. vermutlich muss man sich gut mit html auskennen? 🙂 toll gemacht 🙂