Rezension // Ostfriesenfeuer – Klaus-Peter Wolf


Dieser Mörder sucht die Öffentlichkeit.
Er deponiert seine Leichen an Orten,
an denen sich viele Menschen begegnen.
Der achte Fall für Ann Kathrin Klaasen.
Das traditionelle Osterfeuer fiel in diesem Jahr etwas anders aus als sonst. Denn aus den verkohlten Resten ragten am nächsten Morgen menschliche Knochenreste. Als eine weitere Leiche auf einem Spielplatz gefunden wird, ahnt Ann Kathrin Klaasen, dass dieser Mörder nicht einfach nur tötet. Er inszeniert seine Morde regelrecht und will die Welt daran teilhaben lassen. Wer ist der Nächste?

Meine Meinung

Krimi made in Germany
Das war er also. Mein erster Krimi seit Langem und dazu noch der erste Krimi von Klaus-Peter Wolf und seiner Ostfriesen-Reihe rund um Kommissarin Ann Kathrin Klaasen. Die Tatsache, dass Klaus-Peter Wolf mit Ostfriesenfeuer bereits den achten Roman rund um die Ostfriesische Mordkommission auf den Markt gebracht hat zeigt vor allem eins: Ostfriesland und vor allem auch Krimis sind nach wie vor absolut angesagt und der Klaus-Peter Wolf schafft es, genau diesen angesagten Nerv zu treffen.
Nach kurzen anfänglichen Schwierigkeiten, geschuldet durch die Tatsache, dass dies der achte Roman einer Reihe ist und ich die vorherigen Romane nicht kenne, konnte ich mich dann aber nach kurzem Einlesen gut in diesen Roman hineinversetzen. Gleich zu Beginn merkt man, dass dieser Krimi kein gewöhnlicher Krimi werden wird sondern vor allem die Psyche des Menschen und die geistigen Abgründe, in die ein Mensch geraten kann, fokussiert.
Klaus-Peter Wolf gelingt es mit Ostfriesenfeuer, mehrere Handlungsstränge, die nichts miteinander zu tun haben bzw. macht dies den anfänglichen Eindruck, gekonnt zu verweben und zu verflechten, sodass eine immer komplexere Handlung entsteht, die mich mehr in mehr in seinen Bann zu ziehen versteht. Von Beginn an kann die Geschichte überzeugen. Zwar muss man zwischendurch ein paar Längen überwinden. Das packende Ende entschuldigt dies aber, bei welchem man die eine oder andere überraschende Wendung miterlebt, den vermuteten Täter identifiziert und beim Lesen nur so über die Seiten hinwegfliegt. Die paar Längen zwischendurch fallen da nicht so doll ins Gewicht.
Der Mensch steht im Fokus
Was wäre ein Krimi ohne einen wirklich abgrundtief schlechten Menschen, gegen den sich das Ermittlerteam stellen muss? Eben, kein Krimi. In diesem Roman kann man das allerdings nicht so genau pauschalisieren. Zwar ist die Ausführung seiner Taten mehr als brutal, doch ist das Motiv letztendlich psychotisch bedingt, sodass man bis zum Ende des Romans aus dem Handeln des Täters nicht richtig schlau wird. Erst die Auflösung bringt Licht hinter den Fall und lässt es zu, das Handeln zu verstehen. Dies hat mir sehr gut gefallen. Ich mag es in Krimis, wenn man erst zum Schluss erfährt, wer tatsächlich der Täter ist und man das nicht schon zu Beginn miterlebt. Nichtsdestotrotz versetzt man sich in zahlreichen Passagen in den Täter selbst, der seine Taten aus der Ich-Perspektive darlegt und sehr detailliert schildert nur wird eben nicht erwähnt, wer er ist. Ausgesprochen interessant.
Besonders sympathisch finde ich in diesem Krimi aber vor allem die Hauptermittlerin Ann Kathrin Klaasen. Man erlebt sie in sehr vielen unterschiedlichen Situationen und man kann sich, trotz all der Schwierigkeiten, der sie sich stellen muss, stets in sie hineinversetzen und ihre Handlungen nachvollziehen. Neben Ann Kathrin ist natürlich auch das restliche Team der Mordkommission sehr fassettenreich und unterhaltsam. Vor allem Weller ist mir dabei noch sympathisch, wohingegen mich vor allem Rupert zu Beginn mehr als genervt hat. Das ist aber denke ich beabsichtigt und zieht sich, so wie ich das mitbekommen habe, durch die gesamte Reihe.
Alles in allem gelingt Klaus-Peter Wolf mit seinem sehr gelungenen Mix aus tollen und nervigen Charakteren, einer packenden Handlung und einem sehr schwierigen Täter nicht nur ein sehr guter Krimi (leider mit kleineren Längen und Hängern) sondern er ermöglicht es auch, sich in die menschliche Psyche und deren Abgründe hineinzuversetzen. Ein Muss für jeden Krimi Fan und eine echte Empfehlung, die sehr gute 4 von 5 Punkten verdient hat.

 

Weiteres:

Autor: Klaus-Peter Wolf
Verlag: Fischer Verlag
Genre: Krimi
Preis: 9,99 € [Buch] | 9,99 € [eBook] | ISBN-13: 978-3596190430
Einband, Umfang: Taschenbuch, 528 Seiten
Erscheinungsdatum: 17. Februar 2014
Reihe: 8 von aktuell 9
Kaufen: Amazon |

Reiheninfo:

Band 1: Ostfriesenkiller
Band 2: Ostfriesenblut
Band 3: Ostfriesengrab
Band 4: Ostfriesensünde
Band 5: Ostfriesenfalle
Band 6: Ostfriesenangst
Band 7: Ostfriesenmoor
Band 8: Ostfriesenfeuer
Band 9: Ostfriesenwut
Weitere Romane sind in Vorbereitung

 

Über den Autor:

Klaus-Peter Wolf, 1954 in Gelsenkirchen geboren, lebt als freier Schriftsteller in der ostfriesischen Stadt Norden, im gleichen Viertel wie seine Kommissarin Ann Kathrin Klaasen. Wie sie ist er nach langen Jahren im Ruhrgebiet, im Westerwald und in Köln, an die Küste gezogen und Wahl-Ostfriese geworden. Seine Bücher und Filme wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Bislang sind seine Bücher in 24 Sprachen übersetzt und über neun Millionen Mal verkauft worden. Mehr als 60 seiner Drehbücher wurden verfilmt, darunter viele für »Tatort« und »Polizeiruf 110«. Sein Roman »Ostfriesensünde« wurde von den Lesern der ›Krimi-Couch‹ zum »Besten Kriminalroman des Jahres 2010« gewählt. »Ostfriesenangst« und »Ostfriesenmoor« standen wochenlang unter den TOP TEN auf der Spiegel-Bestsellerliste, dem achten Band, »Ostfriesenfeuer«, gelang auf Anhieb der Sprung auf Platz 1.

 

Quellenangaben:

Der Klappentext und das Buchcover stammen vom Fischer Taschenbuch Verlag.

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