[Rezension] Breathe – Flucht nach Sequoia (Sarah Crossan)


Bevor ich mit der eigentlichen Rezension anfange muss ich euch an dieser Stelle eine Spoiler-Warnung ausrufen, da die Buchbeschreibung meiner Meinung nach etwas zu viel von der Handlung verrät. Bitte nur den Klappentext lesen, wenn ihr euch der Spoiler-Warnung bewusst seid.

 *Spoiler*

Der Kampf gegen BREATHE geht weiter: Nach der Zerstörung des Rebellenhains fliehen Quinn und Bea ins Ödland – und werden erneut getrennt. Während es Bea zurück zur Kuppel verschlägt, gelangt Quinn zum Rebellenstützpunkt. Doch auch dort findet er keine Hilfe. Im Gegenteil: Die autoritäre Vanya hat sich zur Führerin ernannt und ein totalitäres System errichtet. Sie will eine neue Rasse von Menschen züchten, die außerhalb der Kuppel zu leben vermögen. Doch zunächst müssen dafür die »alten« Menschen aus dem Weg geräumt werden – mit einem Giftgasanschlag auf die Kuppel. Nun hat Quinn es mit zwei Feinden zu tun, aber vor allem muss er Bea retten…

*Spoiler-Ende*


© dtv Verlag

Titel: Breathe – Flucht nach Sequoia

Autorin: Sarah Crossan
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag
Erscheinungsdatum: 01.11.2013
ISBN: 978-3423760799
Preis: 16,95 Euro
Format & Umfang: 430 Seiten, Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
Reihe: 2/2
Wertung: 4/5 Punkte

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Breathe – Flucht nach Sequoia von Sarah Crossan ist der zweite und leider auch schon der letzte Teil der wirklich tollen Breathe-Reihe.
 Wie bereits schonder erste Teil, Gefangen unter Glas, ist auch der Nachfolgeroman eine packende und mitreißende Dystopie und zwar von Beginn an. Der zweite Roman knüpft dabei nahtlos an den ersten Roman an ohne großartig Rückblicke einzuarbeiten.
So befindet sich Alina zusammen mit Silas und einigen wenigen Rebellen auf der Flucht vom Hain in Richtung Sequoia, in der Hoffnung, dort in Sicherheit zu sein. Währenddessen haben es Bea und Quinn gerade so geschafft, aus der Kuppel zu fliehen und sind nun ebenfalls auf der Suche nach der Zufluchtsstätte Sequoia. Beide Gruppen durchleiden viele Hürden und müssen vor allem mit den immer knapper werdenden Sauerstoffvorräten zurecht kommen.
Unterwegs lernen wir einen vierten, neuen Hauptcharakter kennen, nämlich Oscar. Dieser war ein Elitesoldat des Ministeriums, wechselte aber nach dem Massaker am Hain die Seiten und will nun versuchen, den Rebellen zu unterstützen. Dabei wird er allerdings feststellen müssen, dass nicht alle, die sich den Rebellen zuordnen, auch freundliche Absichten haben und das Sequoia nicht unbedingt ein heiliger Ort ist. Die Protagonisten stehen vor vielen Gefahren und Herausforderungen und der Kampf gegen Breathe ist schwieriger als gedacht. Werden die vier es trotzdem schaffen können?
„Bäume fällen, um die Menschen zu ernähren – ein genialer Plan, wie man gesehen hat.“ – Seite 214
Von Beginn an kann Sarah Crossan mit ihrem mitreißenden Erzählstil bei mir punkten. Zwar knüpft die Erzählung nahtlos an den ersten Roman an, da ich den Vorgänger aber vor über einem halben Jahr gelesen habe, sind mir die Charaktere leider nur noch etwas vage in Erinnerung geblieben, weshalb der Einstieg in Breathe – Flucht nach Sequoia etwas holprig war und ich mich erst einmal wieder in die Charaktere hineindenken musste. Eine kurze Einführung bzw. ein Rückblick wäre schön gewesen.
Nichtsdestotrotz kommt man nach ein paar Kapiteln wieder in die Geschichte rein, was vor allem den sich ändernden Erzählperspektiven geschuldet ist. Mir gefällt es nach wie vor ausgesprochen gut, die Geschichte aus nun vier Erzählperspektiven mitzuerleben, wodurch man sich sehr gut in den jeweiligen Charakter hineinversetzen und jederzeit gut mit ihnen mitfühlen kann. Leider kommt dabei die Gefühlsebene der Charaktere etwas zu knapp, da vor allem Bea und Quinn, kaum Emotionen zeigen, wenn sie aufeinander treffen. Dabei sind die beiden doch zusammen. Etwas mehr Tiefgang wäre hier schön gewesen.

Der Sprach- und Erzählstil ist dabei für ein Jugendbuch angemessen und sehr einfach gehalten wodurch das Lesen sehr (vielleicht schon etwas zu sehr) vereinfacht wird. 

Auf jeden Fall schafft es Sarah Crossan, die Spannung im Roman kontinuierlich zu steigern, was in einem temporeichen Finale gipfelt, bei welchem sich die Ereignisse nahezu überschlagen.

Alles in allem ist der zweite Teil von Breathe auch ein sehr toller Roman, welcher mich super unterhalten hat und mit seinen erscherckenden und sehr realitätsnahen Schilderungen überzeugen konnte. Leider wird es zum Ende hin etwas zu temporeich, wobei sich die Ereignisse zu sehr überschlagen. Hier hätte Frau Crossan das Tempo etwas drosseln und auf die eine oder andere Wendung und Handlung vertiefend eingehen können.

Auf jeden Fall ist auch dieser Roman hervorragende dystopische Unterhaltung, welcher vor allem mit seinen realitätsnahen Handlungen bei mir punkten konnte. Trotz einiger kleiner Schwächen kann ich diese Fortsetzung ohne Bedenken weiterempfehlen. Mitreißende, spannende und überraschende Lektüre auf hohem Niveau.

Über die Autorin:




Sarah Crossan wurde in Irland geboren und verbrachte den größten Teil ihrer Kindheit und Jugend in England, wo sie u. a. an der Cambridge University unterrichtete. Mittlerweile lebt sie in den USA, hat ihren Job als Englischlehrerin aufgegeben und widmet sich ganz dem Schreiben.

Reiheninfo:

Band 1: Breathe – Gefangen unter Glas – Rezension
Band 2: Breathe – Flucht nach Sequoia
Mit Band 2 ist die Reihe abgeschlossen. Es sollen aber eventuell noch Prequels folgen.

Weitere tolle Rezensionen zu diesem Buch könnt ihr u.a. hier finden:

Der Klappentext und das Buchcover stammen vom Deutschen Taschenbuch Verlag. Die Veröffentlichung vor dem offiziellen Erscheinungstermin wurde vom Verlag genehmigt.

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  • Stefanie und Kay Hasse

    Da sind wir ja wirklich komplett einer Meinung 🙂
    Gut, dass du den Spoiler in der Inhaltsangabe erwähnt hast. Der ist echt heftig 🙁

    Liebe Grüße und ich bin gespannt auf deinen Tour-Beitrag 🙂

    Steffi
    His-and-her-books

  • Dann scheint es ja so auch zuzutreffen, dass die gute Frau Crossan etwas am Tempo übertrieben hat. Naja egal. War trotzdem eine schöne Lektüre 🙂

  • Stefanie und Kay Hasse

    Das auf jeden Fall 🙂