Rezension // Steelheart (Brandon Sanderson)


Als David sechs ist, zerstört eine gewaltige Explosion die Welt, die er kannte. Einige der Überlebenden erlangen Superkräfte, die sie dazu nutzen, sich die übrigen untertan zu machen. Als David acht ist, muss er miterleben, wie einer dieser Superhelden, ein gewisser Steelheart, seinen Vater ermordet. Von da an kennt David nur ein Ziel: herauszufinden, warum sein Vater sterben musste. Und ihn zu rächen. Er schließt sich einer Untergrundbewegung an, die die Herrschaft der scheinbar unbesiegbaren Superhelden bekämpft. David ahnt, dass sogar der mächtige Steelheart eine Schwachstelle hat. Er muss sie nur entdecken. Doch das bunt zusammengewürfelte Grüppchen der Widerstandskämpfer muss sich erst zusammenraufen. Und nicht jeder billigt Davids Plan, Jagd auf Steelheart zu machen …

Meine Meinung

Steelheart von Brandon Sanderson – Die etwas andere Dystopie.
Brandon Sanderson entführt uns in seinem Auftaktroman einer neuen Trilogie in die Welt der „Super“helden bzw. in diesem Fall wohl eher der Superschurken. Durch eine kosmische Erscheinung genannt „Calamaty“ verändert sich das Leben auf der Erde, so wie wir es kennen, mit einem Mal schlagartig. Viele Menschen mutieren und erhalten besondere Fähigkeiten, die sich allerdings in ihrer Art und Stärke deutlich von einander unterscheiden. Diese „mutierten“ Menschen werden allgemein als Epics bezeichnet und sind nicht so wie erhofft eine Bereicherung für die Menschheit sondern eher ein Fluch.
Dies muss auch der zu Beginn des Romans erst sechsjährige David feststellen, dass diese Epics rein gar nichts positives an sich haben, denn er muss mit ansehen, wie einer der mächtigsten unter den Epics, welcher sich selbst Steelheart nennt, seinen Vater auf grausame Art und Weise umbringt.
Dieses Ereignis ist für David prägend, wodurch sich seine ganze Jugend hindurch der Wunsch nach Rache kontinuierlich aufbaut und er sich letztendlich dazu entschließt, sich den Rebellen anzuschließen und sein über die Jahre gesammeltes Wissen über die Epics gewinnbringend in den Rachefeldzug einfließen zu lassen. Ein großartiger Konflikt zwischen gut und böse beginnt, welcher nicht nur David vor zahlreiche Gefahren stellt.
Der Grundgedanke hinter Steelheart ist denkbar einfach. Man kombiniert das absolut angesagte Genre der Dystopien mit den modischen Superhelden der Neuzeit. Schwups, man hat eine Romanvorlage.
Zu meinem Erstaunen hat es Brandon Sanderson aber auch geschafft, mit diesen Voraussetzungen eine absolut stimmige und unterhaltsame Geschichte zu präsentieren, welche einen vielversprechenden Auftakt einer interessanten Trilogie darstellt.
Vor allem können in dieser Geschichte die Charaktere überzeugen. Besonders hat es mir dabei der Hauptcharakter David angetan. Mit seiner naiven Art konnte er sich meiner Sympathien erschleichen. Darüber hinaus ist er einfach grandios im Vergleiche ziehen, was ihm einfach nicht gelingen will. So entsteht auf eine ungewöhnliche Art viel Humor, welcher mich des öfteren zum Schmunzeln gebracht hat. Auch seine weiteren Mitstreiter konnten größtenteils überzeugen wodurch ich insgesamt von der Charakterkonstellation sehr angetan war. Sie war vielschichtig und konnte durch viele ausgeprägte Persönlichkeiten zu einem stimmigen Gesamtbild führen.
Was dieser Geschichte auf gar keinen fehlt ist Action, da sich die Ereignisse regelrecht überschlagen und vieles gleichzeitig abzulaufen scheint, weshalb man als Leser kaum zur Ruhe kommt und ständig weiterlesen MUSS! Leider geht mir dabei aber ein wenig die Komplexität des ganzen verloren, da alles nur auf dem Rachegedanken zu fußen scheint. Etwas mehr Tiefe hätte meines Erachtens hier noch gutgetan.
Alles in allem ist Brandon Sanderson aber ein sehr überzeugender Auftaktroman gelungen, der nahezu von Beginn an überzeugen, mitreißen und den Leser mit dem Finale vom Stuhl fegen konnte. Außerdem haben diesem Genre Science-Fiction-angehauchte Superhelden gut getan, wodurch eine erfrischende Abwechslung entstanden ist und ich dem Roman letztendlich mit sehr guten 4 von 5 Punkten beurteile.
Ich freue mich auf die Fortsetzung.
Bis dahin empfehle ich euch eines: Lest diesen Roman!

Weiteres:

Autor: Brandon Sanderson
Verlag: Heyne Fliegt
Genre: Dystopie
Preis: 17,99 € [Buch] | 13,99 € [eBook] | ISBN-13: 978-34532689990
Einband, Umfang: Gebundenes Buch, 448 Seiten
Erscheinungsdatum: 20. Oktober 2014
Reihe: 1 von 3
Kaufen: Amazon | Thalia | Decius

Reiheninfo:

01. Steelheart
01.5 Mitosis (Zwischengeschichte)
02.  Firefight
03. Calamity

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Über den Autor:

Brandon Sanderson, 1975 in Nebraska geboren, schreibt seit seiner Schulzeit phantastische Geschichten. Er studierte Englische Literatur und unterrichtet Kreatives Schreiben. Sein Debütroman »Elantris« avancierte in Amerika auf Anhieb zum Bestseller. Seit seinen Jugendbüchern um den jungen Helden Alcatraz und seiner großen Saga um die »Kinder des Nebels« gilt der junge Autor auch in Deutschland als einer der neuen Stars der Fantasy. Er wurde auserwählt, Robert Jordans großen Fantasy-Zyklus »Das Rad der Zeit« fortzuschreiben. Brandon Sanderson lebt mit seiner Familie in Provo, Utah.

Quellenangaben:

Der Klappentext und das Buchcover stammen vom Heyne Verlag.

One Pingback/Trackback

  • Hey, danke für deine Verlinkung! 🙂
    Ich dachte der 2. Band der Reihe ist Firefight und der 3. Calamity? Sagt zumindest goodreads 😀 oder vertue ich mich da? 😀
    Liebe Grüße,
    Hannah

  • Hi Hanna,
    kein Problem. Fand deine Rezi halt gelungen und da wollte ich einfach einmal drauf aufmerksam machen! 🙂
    Bei der Reihenfolge habe ich mich an der HOmepage des Autors orientiert, sollte daher hoffentlich richtig sein^^ (Siehe http://brandonsanderson.com/books/steelheart/)

    Liebe Grüße
    Philip

  • Hehe danke 🙂
    Ich glaube ‚Mitosis‘ ist eine Art Zwischengeschichte, zumal auf dem ‚Firefigt‘ Cover ja auch draufsteht „Reckoners Book Two“ (also auch auf der Sanderson Website) 😀 Ist aber auch echt schwer zu lesen so klein wie das gedruckt ist 😀
    Schöne Rezi wollte ich übrigens nochmal sagen 🙂

  • Oh alles klar, das stimmt. Danke für den Hinweis^^
    Werde ich dann gleich mal aktualisieren 🙂

  • Hanna E

    Hallo Philip,

    das klingt echt gut! Das Buch hat mich bislang von der Thematik nicht so ansprechen können (Superschurken? Eigentlich nicht so meins…), aber deine Rezension macht Lust darauf, dem Buch trotzdem eine Chance zu geben. 🙂

    Liebe Grüße, Hanna

  • Hallo Hanna,

    ich kann deine Speksis durchaus nachvollziehen denn den gleichen Gedanken zur Thematik hatte ich anfänglich auch. Das Buch konnte mich aber überzeugen weshalb man sich da egtl keine Gedanken zu machen muss 🙂
    Freut mich, wenn ich dich doch überzeugen konnte 🙂

    LG
    Philip

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