[Blogtour] Die Könige. Orknacht (Michael Peinkofer) – Tag 1


Heute startet die Blogtour zu Michael Peinkofers neuer Fantasy-Reihe Die Könige, welche mit dem Band Orknacht beginnt. In den kommenden Tagen werden die Blogs Nico Wallmann, Lesemomente, His & Her Books, Die Facebookseite Piper-Fantasy und natürlich auch mein Blog euch viele interessante Aspekte rund um die neue Reihe vorstellen. Natürlich könnt ihr bei dieser Blogtour auch was gewinnen, nämlich insgesamt 20 signierte Exemplare von Orknacht.

Den Anfang der Blogtour gestalte ich, da ich das tolle Vergnügen hatte, den Bestsellerautor Michael Peinkofer einige Fragen zu stellen. Das komplette Interview gibt es jetzt:

Guten Tag Herr Peinkofer, vielen Dank das Sie mir im Rahmen dieser Blogtour zu ihrem neusten Roman “Die Könige. Orknacht” dieses Interview ermöglichen und mir Rede und Antwort stehen. 

Klar doch, sehr gerne.
Für alle Leser die Sie noch nicht kennen, stellen Sie sich doch einmal kurz vor. 
Also, die Kurzfassung: Geboren im Jahr der ersten Mondlandung im Allgäu, von frühester Jugend an fasziniert von Büchern, Comics und Filmen und ganz besonders vom phantastischen Genre. Das hat irgendwie nie aufgehört, von daher war die Berufswahl wahrscheinlich vorgezeichnet: Studium der Germanistik und Geschichte in München, währenddessen erste Veröffentlichung unter Pseudonym, vorwiegend Krimis und Science Fiction. Später dann lange Jahre als Redakteur bei der Zeitschrift „Moviestar“; 2004 die erste Veröffentlichung unter eigenem Namen, „Die Bruderschaft der Runen“ bei Lübbe, ein Jahr später mit „Die Rückkehr der Orks“ der erste Fantasy-Roman bei Piper. Seither hauptberuflich Autor und damit sehr glücklich, neben Fantasy und Historie auch in Sachen Hörspiel und Kinder- und Jugendbuch tätig.
In der Fantasy-Literatur ist es häufig üblich, dass Autoren Geschichten von Personen erzählen, die für das Gute kämpfen, also hauptsächlich auf der Seite der Menschen, Elfen/Elben und Zwerge. Sie haben sich aber bewusst gegen diese Schiene entschieden und erzählen eine Geschichte aus Sicht der Gegenseite, nämlich der Orks und stellen die Zwerge als die Bösen dar. Wie kamen Sie zu diesem eher ungewöhnlichen Schritt?
Naja, meine Orks – also die beiden Brüder Balbok und Rammar – sind eigentlich weder richtig gut noch richtig böse. Sie sind nur waschechte Orks und versuchen in dem ganzen Chaos, das über ihre Welt hereinbricht, nicht unterzugehen und wenn möglich noch einen guten Schnitt zu machen. Damit sind sie uns eigentlich ziemlich ähnlich und unterm Strich menschlicher, als man gerne zugeben möchte. Aber es stimmt schon – die wirklichen Schurken in der neuen Erdwelt-Saga sind nicht die Orks, sondern die Zwerge, die unter ihrem größenwahnsinnigen Oberhaupt Winmar von Ruun dabei sind, sich die Herrschaft über ganz Erdwelt unter den Nagel zu reißen. Genrekonventionen auf den Kopf zu stellen und mal gehörig gegen den Strich zu bürsten, macht mir einfach Spaß und sorgt natürlich für viele Überraschungen. Böse Zwerge gab es in der Erdwelt-Vergangenheit ja schon öfter, aber Winmar ist wirklich der übelste von allen. Von seinem Handlanger Vigor, ganz zu schweigen. Und dann ist da noch Ansgar, der intrigante Hofalchemist …
Mittlerweile sind zahlreiche Romane von Ihnen erschienen, die in Deutschland zu Bestsellern wurden, darunter sind vor allem die Reihen der Zauberer und der Orks zu finden. Beide Reihen spielen in der von Ihnen erschaffenen Fantasywelt “Erdwelt”. Wie kommt es, dass diese Reihen so erfolgreich gelaufen sind? 
Wenn ich das wüsste! Tatsächlich steckt man ja nie drin – als Autor gibt man einfach sein bestes und versucht, eine Geschichte zu schreiben, von der man glaubt, dass sie den Leser gut unterhalten wird. Im Fall von Erdwelt denke ich aber, dass es die Mischung ist, die den Lesern gut gefällt – das Augenzwinkern und das Spiel mit den Konventionen auf der einen Seite, andererseits aber auch die große, epische Fantasy-Saga, die den Leser erst nimmt und ihn in eine längst vergangene, abenteuerliche Welt entführt. 

Ihre neue Reihe “Die Könige” spielt ebenfalls in Erdwelt, allerdings, so wie der vierte Band ihrer Ork-Reihe “Die Herrschaft der Orks” auch, etliche hundert Jahre nach den Vorgängern. Wie kam der Entschluss zustande, den Leser erneut nach Erdwelt zu entführen? 

Im Lauf der beiden Trilogien um „Orks“ und „Zauberer haben sich natürlich jede Menge Notizen darüber angesammelt, wie es mit Erdwelt weitergehen könnte. Und da die Nachfragen nach einem weiteren Abenteuer mit Balbok und Rammar nie aufgehört haben, habe ich schließlich beschlossen, beides zu verbinden. Ich wollte nie nur einen weiteren „Orks“-Roman um der Fortsetzung willen schreiben, sondern es musste gleichzeitig etwas Ungewöhnliches, Neues in Erdwelt passieren. Deshalb ist „Die Herrschaft der Orks“ zu einer Art Überleitung in ein neues Kapitel der Erdwelt-Saga geworden, in dem Balbok und Rammar zwar ebenfalls mitmischen, aber auch neue Charaktere hinzukommen. 
Was fasziniert Sie besonders an Erdwelt? 
Da ist einerseits natürlich die faszinierende Herausforderung, einen ganzen Kontinent zu ersinnen, mit all seinen Landschaften, seinen Städten, seinen Wesen, seinen Kulturen, seinen eigenen Sprachen – was mir immer besondere Freude bereitet -, und natürlich seiner Geschichte. Andererseits ist es dann auch so, dass so eine Schöpfung spätestens nach dem zweiten Band ein gewisses Eigenleben gewinnt, und es entwickeln sich bestimmte Dinge aus den Gesetzmäßigkeiten heraus, die man festgelegt hat. Zum Beispiel, dass die Orks kein Wort für „Danke“ kennen, aber dafür viele verschiedene Unterscheidungen für „Tod“ – das sagt ja viel über ihre Kultur aus und schlägt sich natürlich auch in ihrer Geschichte nieder. Und durch die langen Zeitabschnitte, die die Erdwelt-Saga inzwischen umfasst, hat man auch Gelegenheit, Entwicklungen zu zeigen, wie im Fall der Stadt Tirgas Lan, die im Zweiten Krieg schwer umkämpft war, später zum Sitz des Königs wurde und inzwischen ein gewaltiger Moloch ist, der sich vom der Küste bis weit ins Landesinnere erstreckt. Als Autor ist es wirklich sehr faszinierend zu beobachten, wie sich so etwas entwickelt. 
Wie viele Teile der Könige wird es geben und gibt es darüber hinaus noch weitere Pläne und wenn ja, wohin soll die Reise gehen? 
Die Geschichte der „Könige“ umfasst eine Trilogie, die mit einem – ich glaube, dass kann man wirklich sagen – Paukenschlag enden wird. Meine Anmerkungen und Ideenskizzen über Erdwelt füllen inzwischen zwei Bücher, und es gibt auch einen Plan, wie es danach weitergehen könnte, aber das ist im Augenblick noch Zukunftsmusik. Und da ist ja auch noch die „Splitterwelten“-Saga, die zu Ende erzählt werden will – der zweite und abschließende Band wird im nächsten Jahr erscheinen. 
Welcher ihrer Romanfiguren ist ihrer Liebste und wieso? Mit welcher Romanfigur identifizieren Sie sich dabei am meisten? Mir ist vor allem das ungleiche Geschwisterpaar Balbok und Rammar positiv in Erinnerung geblieben. 
Uuuh, schwere Frage – ich fürchte, ich kann sie nicht zufriedenstellend beantworten. Eine wirkliche Lieblingsfigur habe ich nicht. In allen Figuren, die man entsinnt, steckt etwas Persönliches, Individuelles, was man nur dieser Figur mit auf den Weg gibt – ein bisschen wie bei einem Schauspieler, der ja auch immer ein bisschen was von sich selbst in die Darstellung seiner Rolle packt. Einen echten Liebling zu benennen, fällt daher schwer – aber es ist sicher kein Geheimnis, dass mir Balbok und Rammar ganz besonders ans Herz gewachsen sind. Wenngleich die Zusammenarbeit mit zwei Orks bisweilen auch etwas – äh – anstrengend ist. 
Welche Hobbies und Interessen haben Sie abseits des Schreibens? Schauen Sie gerne TV-Serien und welche Autoren lesen Sie bevorzugt? Hat ein Autor Sie besonders geprägt und inspiriert? 
Also, ich würde natürlich lügen, wenn ich sagen würde, dass Tolkien mich nicht inspiriert und beeinflusst hat, bis heute gehört „Der Herr der Ringe“ zu meinen erklärten Lieblingsbüchern. Aber auch andere Genreautoren wie Frank Herbert, Philip K. Dick oder Robert E. Howard haben mich beeinflusst, zu unterschiedlichen Zeiten und in unterschiedlichem Maß, aber durchaus so, dass es bis heute nachwirkt. Filme und TV-Serien gucke ich ebenfalls, schon meine Arbeit als Filmjournalist hat das über viele Jahre bedingt – tief im Herzen bin ich nach wie vor Trekker, und wie die meisten Autoren meines Jahrgangs bin auch ich maßgeblich von den Filmen von George Lucas und Steven Spielberg beeinflusst. Wenn ich selbst Zeit zum Lesen habe, versuche ich, mir ein wenig Überblick über die aktuellen Entwicklungen auf dem Buch- und Comicmarkt zu verschaffen. Lieblingsautoren habe ich eigentlich nicht mehr, aber es gibt einige Sachen, die ich in letzter Zeit wirklich gut fand, z.B. Andrea Sawatzkis Romandebüt „Ein allzu braves Mädchen“ oder den französischen Comic „Hauteville House“. Und ich bin tierisch gespannt auf die neue „Star Wars“-Trilogie. 
Für alle Leser, die ihre Reihe(n) bisher noch nicht kennen. Wie sollte man sich am besten an die Geschichte rund um Erdwelt heranwagen? 
Das hängt ein bisschen davon ab, ob man es eher humorvoll oder episch mag. Im ersten Fall würde ich empfehlen, mit den „Orks“ zu beginnen – das ist dann kein vorsichtiges Herantasten an Erdwelt, sondern man wird gleich richtig hineingeschmissen. Die Geschichte des Zweiten Krieges, der rund 1000 Jahre vor Balbok und Rammar stattfand, wird in der „Zauberer“-Trilogie erzählt, aber es gibt viele wechselseitige Bezüge und auch einige Figuren, die in beiden Trilogien auftauchen. Die „Zauberer“ sind der klassischere, tolkieneskere Einstieg in die Erdwelt-Saga. Man kann aber auch mit „Die Herrschaft der Orks“ einsteigen, die ja eine Art Auftakt für die neue Trilogie bildet. Oder eben ganz aktuell mit den „Königen“, die von einer neuen Zeit in Erdwelt erzählen. Tatsächlich habe ich das ganz bewusst so gestaltet, dass es immer wieder Einstiegsmöglichkeiten für neue Leser gibt. 
Haben Sie abschließend noch ein paar Worte, die Sie an die Leser meines Blogs und vor allem an Ihre Leser und Fans richten möchten? 
Vor allem möchte ich mich bedanken. Seinen Lebensunterhalt als Autor von Fantasy-Romanen verdienen zu dürfen, ist eine großartige Sache, und natürlich wäre das nicht möglich ohne den Zuspruch von vielen, vielen Lesern, die mir teils seit vielen Jahren die Treue halten – dafür ein herzliches Dankeschön. Und das Versprechen, dass es mit der Erdwelt-Saga weitergehen wird. 
Vielen herzlichen Dank für dieses Interview! 
Immer gerne, hat Spaß gemacht! 
Über den Autor
© Helmut Henkensiefken

Michael Peinkofer, 1969 geboren, studierte Germanistik, Geschichte und Kommunikationswissenschaften und arbeitete als Redakteur bei der Filmzeitschrift »Moviestar«. Mit seiner Serie um die »Orks« avancierte er zu einem der erfolgreichsten Fantasy-Autoren Deutschlands. Seine Romane um »Die Zauberer« wurden zu Bestsellern. 2012 hat Michael Peinkofers neue Trilogie um das Schicksal der »Splitterwelten« begonnen.

Gewinnspielfrage – Tag 1:
Wie viele Teile umfasst die neue Romanreihe „Die Könige“ von Michael Peinkofer?

Ihr kennt die Antwort?
–> Beantwortet jeden Tag eine Frage aus dem entsprechenden Blog, die euch am Ende ein entsprechendes Lösungswort vorgibt. Am Freitag, 27.9. könnt ihr dieses Lösungswort dann zusammen mit eurer Adresse an kontakt@piper-fantasy.de senden, und mit etwas Glück und den richtigen Antworten gewinnt ihr eines der 20 signierten Exemplare von »Die Könige«.
Teilnahmeschluss für das Gewinnspiel ist der 30.9.2013

Die Blogtour-Daten im Überblick:

23.09.13: Philips WeltInterview mit Michael Peinkofer
24.09.13: Nico Wallmann – Die Erdwelt-Saga mit illustrierter Timeline
25.09.13: Lesemomente – Ein etwas anderer Werkstattbericht von Michael Peinkofer
26.09.13: his & her books – „Athysan. Die alte Sprache“
27.09.13: Piper FantasyXXL-Leseprobe und Gewinnspiel


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  • Tine

    Tolles Interview, hab es sehr gerne gelesen!!! 🙂

  • VIelen Dank für das Lob. Das höre (lese) ich doch sehr gern 🙂

  • NoaJael

    Ich fande das Interview auch echt schön. Danke für das tolle Interview.
    LG Noa