Rezension // Das Geheimnis des weißen Bandes


Im neuen Sherlock Holmes Roman Das Geheimnis des weißen Bandes von Anthony Horowitz geht es ziemlich heiß her. Neben einem gefolterten und zu Tode gekommenen Straßenjungen kommt der Roman auch mit einem verfolgten Kunsthändler und einem getöteten Verfolger daher. Für viele Sherlock Holmes Fans mag das auf den ersten Blick sehr viel Action sein. Nichtsdestotrotz wurde der Roman von der Arthur-Doyle-Gesellschaft offiziell als 61. Fall des weltberühmten Detektivs anerkannt
Da stellt sich nur die Frage, ob ein neuer Autor eine alte Geschichte fortführen kann. Leider kann ich das nicht beantworten, da ich nur die Filme und die Serie kenne, die Romane aber bisher nicht.
Was ich aber sagen kann ist, dass mir der neue Roman gut gefallen hat. Anthony Horowitz trifft meiner Meinung nach die Zeit des späten 19. Jahrhunderts in London sehr gut. Die vielen liebevoll geschilderten Details und die Charaktere wirken rundum stimmig und der aus der Sicht von Dr. Watson geschilderte Fall ist sehr knifflig, wodurch man den Krimi geradezu verschlingen muss.
Horowitz gelingt es schon am Anfang durch eine gelungene Einleitung, den Leser zu überzeugen, wieso ausgerechnet nach so langer Zeit noch eine Geschichte um Sherlock Holmes auftaucht. Der Fall ist aus Sicht des Dr. Watson so schlimm, dass man diese erst in 100 Jahren zu Gesicht bekommen darf. Dabei fand ich die Geschichte an sich gar nicht so brutal, sondern für einen Krimi der heutigen Zeit durchaus typisch. Die vielen unterschiedlichen Richtungen, die der Fall nach und nach einschlägt, führen zum Ende zu einer guten Auflösung des Falls, wie man Sie aus den Sherlock Holmes Filmen kennt.
Der geschilderte Fall an sich ist durchaus interessant, passt aber eher in die aktuelle Zeit, was den Fall für mich aber authentischer macht.
Leider gefällt mir die Beziehung zwischen Holmes und Watson nicht. Holmes ist mir zu hochnäsig und verkauft Watson nach Strich und Faden für blöd. Zwar hab ich mit einem überlegenen Sherlock Holmes gerechnet aber in diesem Fall fand ich das zu extrem.
Alles in allem finde ich den Roman gelungen, die Geschichte und die erzählten Wendungen spannend und den Schritt von Anthony Horowitz, einen tot geglaubten Klassiker neu zu beleben, mutig und vor allem lesenswert.
Mein Dank gilt lovelybooks.de und dem Insel Verlag, welche mir freundlicher Weise eine Rezensionsausgabe zur Verfügung gestellt haben. Danke, danke, danke 🙂
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